Videoinhaltsanalyse mit Kivi

Der Bildschirmausschnitt zeigt die Kodieroberfläche.
Der Bildschirmausschnitt zeigt die Kodieroberfläche.

Gesucht wurde eine Möglichkeit, Nachrichtensendungen zu annotieren und die Daten in Statistiksoftwarepaketen (SPSS, R) weiterzuverarbeiten. Existierende Applikationen konnten die Anforderungen nicht erfüllen, da sie nicht auf medienwissenschaftliche Anwendungen zugeschnitten waren. Sie unterstützten weder hinreichend detaillierte und präzise Annotationsmöglichkeiten, noch die erforderlichen Datenexportschnittstellen.

Um die Anforderungen des DFG-geförderten Forschungsprojektes umzusetzen, wurde Kivi entwickelt. Kivi ist eine Videoannotationssoftware für Nachrichtensendungen, Filme oder jedes andere Videomaterial. Es erlaubt die Annotation von Videosegmenten und das Markieren von Bildelementen in Einzelbildern. Die Software unterstützt eine Annotation mittels vordefinierter Fragebögen.

Der Ausschnitt zeigt die Suche nach Kodierungen.
Der Ausschnitt zeigt die Suche nach Kodierungen.

Kivi wurde von Jan Müller an der Jacobs University als Forschungsplattform für das Key Visuals Projekt von Prof. Peter Ludes und Prof. Otthein Herzog konzipiert und implementiert. Es ist als Webapplikation (basierend auf Postgresql, PHP, Zend Framework und ExtJS) realisiert. Damit kann es dezentral eingesetzt und von mehreren Nutzern gleichzeitig bedient werden. Kodierte Daten können durchsucht und zur weiteren Analyse exportiert werden. Das System an der Jacobs University enthält derzeit 313 Videos mit insgesamt knapp 70 Stunden Laufzeit. Mehr als 36.000 Videosegmente wurden mit über 91.000 Annotationen versehen. 21 Nutzer kodieren Videos oder greifen auf die Daten zu.

Kivi ist Open Source Software und unter http://keyvisuals.jacobs-university.de/kivi.html verfügbar. Eine Demoversion findet sich unter http://keyvisuals.jacobs-university.de/kividemo.


Müller, J. & Kohler, T. & Ludes, P. (2010) Computer-based content analysis of television footage from four countries: Coding technique and intercoder reliability testing. Paper presented at the Pre-conference to the 3rd European Communication Conference, Bremen.

 

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